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Wüstenhainer Mühlen

Das Wasser der Kschischoka trieb für viele Jahrhunderte die Wasserräder der Wüstenhainer Mühlen an. Im Jahre 1615 wurde erstmals eine Wassermühle in Wüstenhain urkundlich erwähnt. Diese Mühle stand bis ca. 1862 knapp einen Kilometer außerhalb des Ortes und war als "Neue Mühle" und zuletzt als "Joseph-Mühle" bekannt.
Da diese Mühle genau auf der Staatsgrenze zwischen Brandenburg/Preußen und Sachsen stand, rankt sich die Legende, dass es dort einen bewachten Grenzübergang gegeben haben soll. Der Wüstenhainer Müller, ein geschäftstüchtiger Mann, soll in seiner Mühle aber nicht nur Korn- und Mehlsäcke gelagert haben, sondern auch das eine oder andere Fass Bier. Nachts, wenn der Grenzübergang nicht bewacht war, warf er die Bierfässer in die Kschischoka, die sie dann zollfrei bis ins benachbarte preußische Krieschow trieb.

Um 1820 entstand direkt in Wüstenhain, am Rand des Gutshofes, die Dorfmühle. Sie hatte anfangs nur einen Mahlgang, der durch ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben wurde. Mit einem Umbau im Jahr 1900 erhielt die Dorfmühle einen weiteren Mahlgang sowie einen Ölschlag und eine Kreissäge. 1950 wurde das Wasserrad durch eine Wasserturbine ersetzt, die dann drei Mahlgänge antrieb.

Da die Kschischoka aufgrund des wachsenden Braunkohletagebaus Greifenhain ab Mitte der 1960er Jahre immer weniger Wasser führte, mussten die Mahlgänge zuletzt mit Elektromotoren angetrieben werden. 1985 wurde die Wüstenhainer Dorfmühle im Vorgriff auf den ohnehin geplanten Abriss von Wüstenhain wegen Baufälligkeit abgerissen. Im Jahr 2005 wurden mit dem Mühlenwehr leider auch die letzten Zeugnisse dieses technischen Denkmals abgetragen. Heute treibt die Kschischoka nur noch in Müschen im Spreewald die Wasserturbine einer Mühle an.

Dorfmühle in Wüstenhain, um 1930
Wüstenhainer Dorfmühle, um 1950
Mühlenwehr in Wüstenhain vor dem Abriss im Jahr 2005